Für 2027 noch nicht eingedeckt? – Warum günstige Marktphasen nicht automatisch günstige Lieferjahre bedeuten

„Warum werden die Preise für 2027 nicht deutlich günstiger, wenn es doch immer wieder günstige Marktphasen gibt?“
Diese Frage hören wir aktuell häufig.

Der Energiemarkt wirkt auf den ersten Blick widersprüchlich. Es gibt Tage mit sehr niedrigen oder sogar negativen Strompreisen. Trotzdem bleiben die Preise für das Lieferjahr 2027 vergleichsweise hoch.

Der Grund: Für ein gesamtes Lieferjahr wird nicht nur der heutige Markt bewertet. Eingepreist werden auch Risiken und Unsicherheiten, die in den kommenden Monaten auftreten können.

Dazu gehören unter anderem:

  • Wintermonate mit höherem Energiebedarf
  • Wetterrisiken und Dunkelflauten
  • Gas- und CO₂-Preise
  • Geopolitische Entwicklungen
  • Verfügbare Kraftwerkskapazitäten
  • Fehlende Speicher- und Flexibilitätskapazitäten

Der Terminmarkt bewertet also nicht nur gute Tage. Er bewertet auch mögliche Risiken.
Hinzu kommt: Viele Versorger bieten für das Lieferjahr 2027 inzwischen nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr an. Dadurch wird der Handlungsspielraum zusätzlich kleiner.

Deshalb lautet die entscheidende Frage heute nicht: „Kommt vielleicht noch ein günstigerer Zeitpunkt?“

Sondern: „Welche realistischen Optionen stehen für 2027 überhaupt noch zur Verfügung?“

In vielen Fällen entstehen wieder mehr Möglichkeiten, wenn die Beschaffung für 2027 gemeinsam mit den Lieferjahren 2028 und 2029 betrachtet wird. So lässt sich häufig wieder mehr Struktur und Planungssicherheit schaffen.