Ein Land. Mehrere Strompreise? – Könnten regionale Gebotszonen das deutsche Stromsystem effizienter machen?

Deutschland hat heute eine einheitliche Strompreiszone. Doch genau dieses Modell wird derzeit europaweit überprüft.
Eine aktuelle Studie der europäischen Übertragungsnetzbetreiber (ENTSO-E) zeigt: Mehrere regionale Gebotszonen könnten den Strommarkt effizienter machen.
Der Hintergrund: Im Norden wird häufig mehr Strom aus Wind- und Solaranlagen erzeugt als verbraucht, während im Süden die Nachfrage höher ist.

Regionale Strompreise könnten diese Unterschiede künftig besser abbilden und gleichzeitig Anreize schaffen für:

  • Batteriespeicher
  • Wärmepumpen
  • Elektrolyseure zur Wasserstofferzeugung
  • Weitere flexible Stromverbraucher

Für Deutschland und Luxemburg kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass eine Aufteilung in fünf Gebotszonen die höchste wirtschaftliche Effizienz erzielen könnte. Je nach Modell ergäbe sich ein volkswirtschaftlicher Vorteil von 251 bis 339 Millionen Euro pro Jahr gegenüber der heutigen einheitlichen Preiszone.

Gleichzeitig könnten Netzengpässe und kostenintensive Redispatch-Maßnahmen reduziert werden, die heute rund vier Milliarden Euro pro Jahr verursachen.
Eine Entscheidung gibt es allerdings noch nicht. Neben der Wirtschaftlichkeit müssen auch Versorgungssicherheit, Netzausbau und die Auswirkungen auf Verbraucher berücksichtigt werden.

Ob Deutschland künftig mehrere Strompreiszonen erhält, ist offen. Klar ist aber: Der Strommarkt entwickelt sich weiter und regionale Preisunterschiede könnten künftig eine größere Rolle spielen.