Energie-Halbjahresbilanz – Mehr Chancen, mehr Komplexität

Hier sind die wichtigsten Entwicklungen im Überblick:

  1. Erneuerbare Energien auf Rekordniveau
    Mit einem Anteil von 61,8 % an der öffentlichen Nettostromerzeugung (laut Frauenhofer ISE) sowie Rekordwerten bei der Photovoltaik wurde ein wichtiger Meilenstein erreicht.
  2. Negative Strompreise und günstige Stunden nehmen zu
    Mehr Wind und Sonne sorgen immer häufiger für Stunden mit negativen Börsenstrompreisen. Gleichzeitig steigt der Bedarf an Speichern und Flexibilität.
  3. Geopolitik bleibt ein Preisfaktor
    Der Konflikt rund um den Iran und die Straße von Hormus hat erneut gezeigt, wie schnell sich Großhandelspreise verändern können. Direkte Auswirkungen auf Deutschland sind laut BDEW derzeit begrenzt, da nur geringe Mengen Erdöl aus der Region bezogen werden. Aber die fehlende Menge wirkt sich auf den Weltmarkt und damit indirekt auf Deutschland aus.
  4. Gas bleibt relevant
    Die Entwicklung der Gaspreise beeinflusst weiterhin viele Unternehmen. Welche Auswirkungen tatsächlich entstehen, hängt maßgeblich von der jeweiligen Beschaffungsstrategie und dem Vertragsmodell ab. Besonders Unternehmen, die stärker am Spotmarkt beschaffen, sind Preisschwankungen direkter ausgesetzt.
  5. Politische Entlastungen wurden umgesetzt
    Mit der Senkung der Netzentgelte, der Abschaffung der Gasspeicherumlage, der niedrigen Stromsteuer für produzierende Unternehmen und dem Industriestrompreis wurden wichtige Entlastungen beschlossen.
  6. Industriestrompreis gestartet
    Für die Jahre 2026 bis 2028 wurde der Industriestrompreis eingeführt. Davon profitieren vor allem energieintensive Unternehmen.
  7. Kapazitätsmarkt und neue steuerbare Leistung
    Die Bundesregierung will mit ihrem Gesetzesentwurf in den nächsten zwölf Monaten steuerbare Kapazitäten von insgesamt 11 Gigawatt ausschreiben. Mit zusätzlichen steuerbaren Kraftwerkskapazitäten soll die Versorgungssicherheit weiter gestärkt werden, wenn Sonne und Wind nicht ausreichend liefern.